Green Publishing – Was steckt dahinter?

Die Rufe nach Nachhaltigkeit werden lauter. Nahezu kein Wirtschaftszweig bleibt davon unberührt. Auch bei den Printmedien sind immer häufiger Begriffe wie „klimaneutral“ oder „Bio-Druckfarben“ zu lesen und der „Blaue Engel“ begegnet uns immer öfter. Diese Produkte wurden also umweltfreundlich gedruckt, so viel sagen diese Schlagworte. Aber was genau bedeutet das und mit welchen Mitteln wird hier gearbeitet? Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Faktoren:

  • Papier: In der konventionellen Buchherstellung wird d. R. Frischfaserpapier verwendet und dieses wiederum wird zuvor aus dem Holz gefällter Bäume gewonnen. Dazu werden die benötigten Zellulosefasern mit Chemikalien wie Sulfit, Chlor oder Wasserstoffperoxid aus dem Holz herausgelöst – ein sehr wasser- und energieintensiver Prozess.
    Drucker DBM

    Hier wird 100% Recyclingmaterial verwendet

    Recyclingpapier dagegen wird aus Altpapier hergestellt – es müssen also keine neuen Bäume gefällt werden. Hierzu wird das alte Papier in Wasser aufgelöst und sodann die Druckfarben mithilfe des sogenannten entfernt. Zwar werden auch hier Chemikalien eingesetzt. Die Menge fällt im Vergleich zur Frischfasergewinnung aber geringer aus. Darüber hinaus gibt es aber auch Papier, das komplett ohne chemische Behandlung auskommt: Umweltpapier. Hier wird Altpapier so fein zermahlen, dass sich die Farben gleichmäßig mischen und das Papier eine graue Tönung annimmt.

    Im Vergleich spart ein Kilogramm mit Deinking-Verfahren hergestelltes Recyclingpapier gegenüber einem Kilogramm Frischfaserpapier (je nach Papierqualität und Herstellungsart) bis zu 2,5 Kilogramm Holz, 90 Liter Wasser und 5 kWh Energie.

  • Druckfarbe: Herkömmliche Farben enthalten als Bindemittel Mineralöle, die aus Erdöl gewonnen werdeneiner endlichen Ressource. Aber nicht nur die begrenzte Verfügbarkeit stellt ein Problem dar. Durch seine übermäßige Verwendung belasten wir auch unsere Umwelt. Alleine beim Transport von Erdöl landen jedes Jahr schätzungsweise 3,1 Millionen Tonnen Öl in den Weltmeeren – und die Zersetzung von Erdölprodukten dauert Jahrhunderte bzw. Jahrtausende!
    Die Alternative im Druck lautet, die Mineralöle in den Farben durch Pflanzenöle zu ersetzen. Hier kommen zum Beispiel Baumharze und Leinöl zum Einsatz. Auch bei der Wahl der Farbe wird also durch die Verwendung nachwachsender und umweltverträglicher Rohstoffe die Natur geschont.

 

  • Druckverfahren: Bücher werden üblicherweise im Offsetdruck-Verfahren Hierbei kommt das Lösemittel Isopropylalkohol zum Einsatz. Es dient als Bestandteil des Feuchtmittels dazu, Farbe von nicht zu bedruckenden Flächen fernzuhalten. Sein Einsatz ist jedoch kritisch zu betrachten: Der Alkohol dünstet aus und kontaminiert bereits ab einer Temperatur von 20°C die Luft. Atmet man dann ein, können Haut, Augen und Atemwege gereizt werden – gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter einer Druckerei.
    Die ökologische Variante ist der alkoholfreie Offsetdruck. In diesem Fall sind die entsprechenden Stellen durch eine Silikonbeschichtung grundsätzlich farbabweisend, was ein Feuchtmittel überflüssig macht.

 

  • Klimaneutrales Drucken: Bei der Herstellung von Druckerzeugnissen entstehen zwangsläufig Treibhausgase. Beim klimaneutralen Drucken wird die entstandene CO2-Menge ermittelt und an anderer Stelle wieder ausgeglichen – zum Beispiel durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten.

 

  • Klebstoffe: Herkömmliche Klebstoffe enthalten Kasein und Gelatine – also tierische Stoffe. Inzwischen gibt es aber auch hier Alternativen, bei denen die verwendeten Kleber keine tierischen Produkte mehr enthalten. Drucken geht also sogar vegan.

Sicherheit beim Kauf umweltfreundlicher Printprodukte bieten Umweltzeichen wie der Blaue Engel, FSC und PEFC. Alle drei Siegel weisen eine nachhaltige Forstwirtschaft nach. Der Blaue Engel belegt daneben aber noch den Einsatz von Papierfasern aus nahezu 100% Altpapier und den Verzicht auf gefährliche Chemikalien.

So weit, so gut. Die Grundlagen wären hiermit geklärt.
Aber wer sind die Leute, die hinter G_ThumbUp_CMYK300dpiökologischen Druckereien stehen? Mit welcher Überzeugung arbeiten sie?
Das könnt Ihr in unserem Interview mit Matthias Simon von der Ökodruckerei Print Pool GmbH nachlesen. Was wir bei Willegoos im Bereich Nachhaltigkeit berücksichtigen, ist auf unserer Webseite HIER nachzulesen.