Interview mit Autor Bernd-Uwe Janssen

Bernd-Uwe Janssen

Sie sind schon seit langem ehrenamtlich in der Umweltbildung und als Wattführer tätig. Was bedeutet Ihnen dieses Engagement?

In der Umweltbildung und auch bei Wattführungen ist es mir besonders wichtig, Menschen – ob jung oder älter – an die Natur heranzuführen. Und zwar nicht über Medien (Bilder, Filme usw.), sondern im Original, also draußen in der Natur. Das originale Erlebnis ermöglicht einen emotionalen Zugang zur Schönheit und Eigenart unserer Natur. Auf der Grundlage des emotionalen Zugangs ist die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge in der Natur dann viel leichter möglich. Die Emotion schafft eine individuelle Verbundenheit mit den Pflanzen und Tieren. Und emotional erlebte Momente bleiben viel länger in Erinnerung als reines Faktenwissen, das uns nur an der Oberfläche berührt.

Was macht Ihnen an diesen Tätigkeiten am meisten Spaß?

Zum einen habe ich selbst immer wieder meine Freude an den spannenden Erlebnissen, denn die Natur lässt sich zum Glück nicht programmieren, sondern hält immer Überraschungen bereit. Zum anderen freut es mich besonders, wenn Kinder und auch Erwachsene auf meine Angebote „anspringen“ und meine Begeisterung teilen.

Woher rührt Ihre Naturverbundenheit? Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?

Die Grundlage für meine Naturverbundenheit wurde durch eben solche emotionalen Erlebnisse gelegt. Ich kann mich an einzelne Momente aus meiner Kindheit oder auch aus der Studienzeit noch lebhaft erinnern. Besonders schmerzlich ist es dann, zu erleben, wie ein Natur-Erlebnisplatz nach dem anderen verschwindet, der eine langsam und schleichend, der andere dramatisch in kurzer Zeit. Deshalb liegt mir der Naturschutz, die Erhaltung der letzten Refugien für selten gewordene Pflanzen- und Tierarten, sehr am Herzen.

Wie kamen es zu den beiden Sachbuchprojekten „Zugvögel – Weltenwanderer im Wattenmeer“ und „Berufe rund ums Meer – Fischer“?

Die Initiative zum Zugvogel-Buch ging von Susanne Tiarks, Verlegerin des Willegoos-Verlags, aus. Sie suchte einen Autor für dieses Thema und ist im Rahmen der Recherche bei mir gelandet. Das Fischer-Buch war dann die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Was fiel Ihnen beim Schreiben der Bücher leicht? Was machte Schwierigkeiten? Was war für Sie besonders aufregend oder spannend?

Während meiner Tätigkeit als Biologielehrer habe ich immer wieder Sachtexte für Kinder und Jugendliche verfasst, z.B. für Arbeitsmaterialien. Auch vom Thema her hatte ich einen relativ leichten Zugang zum Schreiben. Zunächst bereitete mir die Beschränkung auf ca. 1000 Zeichen pro Seite Schwierigkeiten. Durch die Verlagerung von Sachinformation in die Bildunterschriften ist es mir dann gelungen, die Informationen unterzubringen, die mir wichtig erschienen. Besonders spannend war für mich die Zusammenarbeit im Team mit der Grafikerin und der Verlegerin als Lektorin. Nach zahlreichen E-mails hin und her sowie mehreren Redaktionskonferenzen per Skype ist dann jedes Buchkapitel recht zügig gelungen.

Vielen Dank für das Interview!
[Das Interview führte unsere Praktikantin Laura Meyer]