Wimmelbuch Mainz: Interview mit der Illustratorin Melanie Freund

Melanie Freund ist die Frau, die mit ihren liebevollen Illustrationen das Mainzer Wimmelbuch zu einem ganz besonderen Erlebnis für die kleinen (und großen) Stadtbewohner macht. Unsere PR-Frau Tanja Reiners sprach mit ihr über ihre persönliche Verbindung zur Stadt und die Arbeit am Buch:

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Illustratorin Melanie Freund | Foto: Stefan Zahm

 Was magst Du an Mainz besonders gerne – was zeichnet die Stadt für Dich aus?

 

Ich finde Mainz einfach supertoll. Ich bin ein Fan von dieser Stadt. Mainz ist relativ überschaubar und nicht so großstädtisch und anonym. Trotzdem wird einem hier viel geboten. Hier ist immer was los: Feiern, Veranstaltungen, Fastnacht. In Mainz wird es nie langweilig. Aber das Beste an der Stadt sind die Menschen hier. Sie sind so offen und herzlich. Und vor allem sehr gemütlich. Man wird hier sofort aufgenommen. Das mag ich sehr.

 

Wie kamst Du zu dem Mainzer Wimmelbuch als Illustratorin?

 

Die Verlegerin des Willegoos Verlags rief mich an. Ich musste kurz nachdenken, weil so ein Projekt sehr zeitintensiv ist, und ich noch viele andere Projekte auf dem Tisch hatte. Aber es war dann schnell klar: Ich mache das. Es ist für mich ein Herzensprojekt, das ich vor allem Mainz zuliebe gemacht habe (lacht).

 

Wie hast Du die Auswahl der Hotspots und Plätze für das Wimmelbuch getroffen?

 

Ich habe dem Verlag vorher schon Plätze für das Wimmelbuch vorgeschlagen. Dann haben ich mit der Verlegerin eine kleine Stadtführung unternommen. Wir haben bei Sonnenschein im Café gesessen und über die Auswahl gesprochen. Wir haben versucht, die wichtigsten Hotspots wie den Schillerplatz oder Domplatz zu mischen mit den kleinen, urbanen und hippen Gegenden wie dem Gartenfeldplatz mit seinen süßen Läden und Cafés. Kinder müssen sich auf den Plätzen wiederfinden, damit sie Spaß an dem Buch haben. Deshalb darf natürlich der Wasserspielplatz im Volkspark nicht fehlen.

 

Welches ist Dein absoluter Lieblingsplatz in dem Buch und in Mainz?

 

Für das Buch kann ich das nicht sagen. Da hänge ich an allen Plätzen, weil ich so viel Herzblut und Arbeit reingesteckt habe. Mein Lieblingsplatz in Mainz ist der Domplatz. Ich mag es, mich ins Café zu setzen und Leute auf dem Platz zu beobachten. Aber auch der Wochenmarkt ist ein echtes Highlight. Da treffen sich samstags morgens schon viele Menschen zum Marktfrühstück rund um den Dom. Und den Rhein mag ich natürlich. Aber auch den Mainzer Hauptfriedhof mit seinen vielen alten Gräbern – aber der ist für das Wimmelbuch sicher nicht so geeignet (lacht).

 

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Das Cover des Mainzer Wimmelbuchs

Was können Kinder und Eltern im Buch alles entdecken?
Was erwartet uns?

 

Das ist ein regionales Buch. Deshalb gibt es hier sehr viele lustige Dinge, die nur Mainzer verstehen! Etwas für Insider. Wie beispielsweise die sogenannte Zug-Ente. Das ist traditionell der letzte Wagen beim Rosenmontagsumzug. Im Wimmelbuch schwimmt sie im Fastnachtsbrunnen. Oder der bekannte Eiermann. Man sieht ihn auf dem Cover, wie er Eier auf dem Markt verkauft. Er hat immer seinen Hahn dabei. Den kennt jedes Kind.
Er ist ein absolutes Original hier und gehört zum
Stadtinventar.

 

 

Zeichnest Du jedes Detail selbst? Wie funktioniert das?

 

Ich habe alles am Computer gestaltet – von der Skizze bis zum fertigen Bild. Ich habe die Plätze teilweise vorher fotografiert. Erst mache ich eine grobe Skizze, eine Art Konzept: Was kommt wohin, wie sieht das Farbkonzept aus und aus welcher Perspektive zeichne ich die Plätze? Dann beginne ich mit den Hintergründen. Das ist am schwierigsten. Alles muss originalgetreu sein, die Proportionen müssen stimmen. Danach kommen die Schatten und Figuren. Ich habe vorher Ideen gesammelt, welche Figuren was machen, damit überall was los ist. Später kommt die Reinzeichnung, dann die Farbe ins Bild. Am Ende die Details wie Muster auf Pullovern oder rote Bäckchen im Gesicht. Zum Schluss baue ich noch kleine Gimmicks ein wie die Halsband-Sittiche. Und: Alle meine Freunde und meine Familienmitglieder sind in dem Buch verewigt. Ich verrate aber nicht, wer sie sind. Sie haben sich jedenfalls sehr darüber gefreut.

Zeichen: 3.683

 

Zur Person:

Melanie Freund (35) ist in Kredenbach im Siegerland geboren und im Sauerland aufgewachsen. 2004 kam sie zum Design-Studium nach Mainz. Sie arbeitet als freie Illustratorin im Mainzer Nordhafen.

 

 

 

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