Wimmelbuch Wiesbaden: Interview mit Illustrator
Tobias Borries

Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Erscheinen des Stadt-Wimmelbuchs Wiesbaden. Tobias Borries ist der Mann, der durch seine Illustrationen die hessische Landeshauptstadt zum Leben erweckt. Was ihn persönlich mit der Stadt verbindet und wie er Ideen für das Buch gesammelt hat, hat die PR-Frau von Willegoos, Tanja Reiners, im Interview erfahren:

 

Foto Tobias Borries

Illustrator Tobias Borries

Was magst Du an Wiesbaden besonders gerne – was zeichnet die Stadt für Dich aus?

 

Ich finde Wiesbaden ganz toll. Ich bin in Frankfurt geboren, aber mit fünf Jahren mit meinen Eltern nach Wiesbaden gekommen. Ich habe hier meine Kindheit erlebt. Ich mag die alten Gründerzeithäuser und die kleinen Trödelläden. Die vielen Parks und Bäume, die tolle Landschaft drumherum mit vielen Streuobstwiesen. Wiesbaden ist eine sehr grüne Stadt.Ich wohne in einem Vorort. Da ist man ganz schnell im Wald und kann fast schon die Tannen riechen.

 

Wie kamst Du zu dem Wiesbadener Wimmelbuch als
Illustrator?

 

Ich wurde von der Verlegerin vom Willegoos Verlag angerufen und gefragt, ob ich das machen möchte. Ich hatte gerade nicht so viel zu tun. Ich hatte schon mal ein Wimmelbild illustriert, das hat Spaß gemacht. Da habe ich gleich aus dem Bauch heraus ja gesagt.

 

Wie hast Du die Auswahl der Hotspots und Plätze für das Wimmelbuch getroffen?

 

Ich habe mit der Verlegerin eine kleine Wanderung durch die Stadt unternommen. Ein Spielplatz sollte unbedingt in das Buch. Ich habe mich für die Fasanerie entschieden – ein schöner Spielplatz mit Tieren und einem Teich. Da gehen die Kinder gerne hin. Und dann müssen natürlich die Klassiker rein wie Marktplatz und Weihnachtsmarkt. Die Rettbergsaue, eine kleine Insel auf dem Rhein, ist ein tolles Ausflugsziel – die gab es schon zu meiner Kindheit. Und ich wollte ein schönes Wohnhaus zeigen – von innen und außen. Ich habe eine Collage aus ganz vielen, verschiedenen Häusern gemacht. Da drinnen ist so einiges los.

 

Welches ist Dein absoluter Lieblingsplatz in Wiesbaden?

 

Mich findet man da, wo es grün ist. Ich bin sehr viel mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs. Mein Lieblingsplatz als Kind war das Wiesbadener Stadtmuseum mit den schönen Bildern und den ausgestopften Tieren. Ich habe das Bild von Karl Spitzweg mit dem Schmetterlingsfänger sehr gemocht. Das habe ich natürlich auch in dem Buch verewigt – in der Fasanerie.

 

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Das Cover des Wiesbadener Wimmelbuchs

Was können Kinder und Eltern im Buch alles entdecken?
Was erwartet uns?

 

Sie können vor allem ihre eigene Stadt entdecken. Ich möchte mit dem Buch auch ein Interesse an der Stadt wecken. Zeigen, dass es der eigene Lebensraum ist, den man selber mitgestalten kann. Wenn wir Blumenkästen in unseren Vorgarten stellen, dann erfreuen wir auch andere Menschen damit. Man kann also damit etwas für den Gemeinsinn tun. Aber es gibt natürlich auch eine Menge skurriler Dinge zu entdecken in diesem Buch – kleine Missgeschicke oder Dinge, die es eben nur in diesem Buch gibt.

 

Zeichnest Du jedes Detail selbst? Wie funktioniert das?

Ich habe alles selbst gezeichnet. Erst mit dem Bleistift, dann am Computer nachgezeichnet. Ich denke mir gerne Sachen aus, ich bin nicht so der Realist. Die Menschen sind alle frei erfunden. Wenn ich die Figuren zeichne, entstehen bei mir Geschichten im Kopf. Ich habe viele Fotos von den Schauplätzen gemacht, weil es sehr schwer ist, sich die Details zu merken. Zu einem Haus bin ich mehrmals hingefahren. Es hat lange gedauert bis ich es wirklich so hinbekommen habe. Ich habe für das Buch viel länger gebraucht als ich gedacht habe. (lacht)

 

Zur Person:

Tobias Borries (55) ist in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs später mit seiner Familie in Wiesbaden auf. Er studierte Kommunikationsdesign in Offenbach. Seit fünf Jahren lebt er mit seiner Familie wieder in Wiesbaden. Er arbeitet als freier Illustrator.

 

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